Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Cookie-Einstellungen

St. Anna Höchstadt

Spitalkirche St. Anna

"Die Spitalkirche an der Spitalstraße wurde von Michael Koßlinger zusammen mit dem Spital 1513 gestiftet. 1517 muss der Bau schon beendet gewesen sein, da Koßlinger bereits seine Meßpfründe "in der neuen Kapelle zu Höchstadt bei dem Spital in der Vorstadt, die der Ehr Mariae und sct. Annae geweiht," errichtet hatte. Über den Baumeister und den Zimmermann, sowie die übrigen Handwerker, welche beim Bau beteiligt waren, ist keine Notiz zu finden. Bei der Einnahme Höchstadts durch die Schweden im Jahre 1633 brannte die Kirche vollständig aus.

Schon 20 Jahre später, am 13. Juni 1653 wurde mit dem Zimmermeister Nikolaus Haas von hier und am 19. August 1653 mit dem Maurermeister Matthäus Koch von Forchheim ein Vertrag über die Restaurierung der Spitalkirche abgeschlossen. Zimmermeister Haas sollte den Chor und das Langhaus mit einem neuen Dachstuhl versehen, den Turm achteckig gestalten, den hinteren (= westlichen) Giebel um einen ½ Schuh versetzen, 3 neue Türen fertigen und das benötigte Holz im "Spitalholz bei Frimmersdorf" schlagen. Maurermeister Koch sollte einen Teil des Gewölbes abtragen und neu mauern, das Gesimse besonders in der Vierung erneuern den Turm für das Aufhängen der Glocken ausmauern, den Steinbau innen und außen bewerfen, die Kirche innen weißen, die Altarsteine richten und das Gewölbe der Sakristei bewerfen und weißen,. Für diese Gesamtwiederherstellungen wurden 142 fl 3 Pfund und 8 Pfennig ausgegeben. Am St. Anna Tag des Jahres 1655 wurde der erste Messopfer in der restaurierten Kirche gefeiert.

1671/72 fertigte ein Bamberger Goldschmied einen Kelch mit Patene an. Bei einer Restaurierung 1862 durch den Goldarbeiter Joh. Chr. Wich von Nürnberg blieb von diesem Kelch der schöne Kelchfuß erhalten. Der "hohe Altar" (wohl Hauptaltar) wurde 1677/78 bemalt und 1680/81 vom Würzburger Weihbischof geweiht. Er trägt das Wappen des Amtmanns Johann Ernst von Lautter und seiner Gemahlin Anna Maria von Ebersberg. Es ist deshalb anzunehmen, dass sie die Stifter sind. 1686/87 wurde ein zweiter Altar aufgestellt und 1696/97 sind Ausgaben für das "Fassen und Malen des St. Josephaltars" aufgezeichnet. Für eine neue Orgel erhielt 1698/99 der Orgelbauer Johann Adam Brandenstein von Kitzingen 68 Gulden 2 Pfund 3 Pfennig. 1717/18 wurden für die Renovierung der Spitalkirche und für das "marmorieren" (= so bemalen, dass sie wie Marmor aussehen) der drei Altäre 84 Gulden 6 Pfund 22 Pfennig ausgegeben. 1741/42 wurden zwei mannshohe Engel vom Bildhauer etwas geändert, geweißt und vergoldet. Der Schreiner fasste 1749/50 die drei Altäre. Für 70 Gulden 12 Kreuzer wurde 1776/77 eine schon gebrauchte Orgel in Oberhöchstadt gekauft und hier in der Spitalkirche aufgestellt. 1855/56 wurden für das Tünchen der Kirche, die Restaurierung der drei Altäre, des Predigtstuhles etc., für das Bemalen und Vergolden an die Firma Johann Mayer in Bamberg 975 Gulden bezahlt. Zwischen 1695 und 1771 erhielt die Kirche insgesamt drei Glocken.

Unter Stadtpfarrer Geistl. Rat Nikolaus Zimmermann wurde 1961 nach den Weisungen des Landesamtes für Denkmalpflege in München das Innere der St. Anna Kapelle renoviert und mit einer Heizung versehen. Die Gesamtkosten betrugen rund 30.000 DM. 1965 wurde eine elektrische Läutvorrichtung eingebaut und 1966 das Dach der Kirche mit Ziegeln neu gedeckt. Aus Sicherheitsgründen wurde der bisherige Haupteingang an der Südseite zugemauert und ein neuer an der Westseite geschaffen. Die Steinmetzarbeiten führte Steinmetz Effenberg von Etzelskirchen aus. 1992 erhielt die Kirche eine neue Vleugels-Orgel, die am St. Anna Fest (26. Juli) von ehemaligen Höchstadter Kaplan und damaligen Generalvikar Prälat Alois Albrecht eingeweiht wurde."
("Aus der Geschichte der Stadt Höchstadt a.d. Aisch" 2. Auflage, Höchstadt 2003, Seite 79 von Anton Wölker, Sebastian Schmidt und Wolfgang Epple)

Nach einer erneuten Innenrestaurierung errichtete man 1997 einen sogenannten Volksaltar aus Muschelkalk. Nach Entwürfen der damaligen Kunststudentin Christina Dippold (Steppach) gestaltete der Bamberger Bildhauer Adalbert Heil den Altar: Die beiden überdimensional großen Hände tragen die Altarplatte, was bedeuten soll, dass Jesus Christus mit seinen Händen Gott, dem Vater, sein Lebensopfer darbringt. Diese theologische Aussage wird bei jeder Eucharistifeier Wirklichkeit. Hinter den beiden Händen Christi befinden sich jeweils jüdische und christliche Symbole. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass St. Anna ihre Tochter Maria im jüdischen Glauben erzogen hat. Die Tatsache, Mutter Mariens zu sein, ließ die Heilige Anna in der christ-katholischen Tradition zusammen mit ihrem Gatten, dem Heiligen Joachim, Verehrung finden.

Im Juli 2013 erhielt die Spitalkirche aus Anlass des 500-jährigen Bestehens der Bürgerspitalstiftung eine Reliquie des 2009 von Papst Benedikt XVI selig gesprochenen Fraters Eustachius Kugler. Eustachius Kugler wirkte u.a. zwölf Jahre als Prior in der Gremsdorfer Pflegeeinrichtung der Barmherzigen Brüder und war ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten und deren Euthanasie-Dekrete. Kranke Bewohner der Einrichtung ließ Eustachius Kugler immer wieder in dem damals neuen Höchstadter Krankenhaus behandeln. Die Reliquie wird in einem Reliquienschrein aus vergoldetem Messing von der Goldschmiede Plätzer auf einer Steinstele aus Muschelkalk vom Höchstadter Steinmetz Sailer aufbewahrt.

In der Spitalkirche St. Anna findet jede Woche (in der Regel am Mittwochabend) eine Eucharistiefeier statt. Zudem wird das kleine Kirchlein auch gerne für besondere Gottesdienste genutzt.

Von der Spitalkirche aus bringt der Krankenhausselsorger die heilige Kommunion zu den Patienten des Kreiskrankenhauses St. Anna, denen die Kirche auch als Krankenhauskapelle dient.