Im Mai 2018 unternahmen die Gläubigen der Pfarrei St. Georg Höchstadt eine Wallfahrt nach Frankreich. Ziel und Höhepunkt dieser Reise war der Marienwallfahrtsort Lourdes. Millionen von Menschen suchen diesen Ort jedes Jahr auf, um Hilfen, Heilung, Schutz und Segen zu erbitten. Diese enorme Anziehungskraft gründet auf den Erzählungen des damals 14-jährigen Mädchens Bernadette Soubirous. Sie berichtete, dass ihr mehrfach eine „Dame in weißen Gewändern“ erschienen sei, die sich später als die „Unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen gab. So reihten sich auch die Wallfahrer aus St. Georg in die Schar der Betenden an diesem besonderen Ort der Marienerscheinungen ein. „Es gibt keine Zufälle“, hört man Stadtpfarrer Kilian Kemmer oft sagen. Das sollte sich auch in Bezug auf diese Pfarreiwallfahrt bewahrheiten: Spontan bildete sich eine Gruppe, die ihre spirituelle Erfahrung im wahrsten Sinne des Wortes mit nach Hause nehmen wollte. Man fasste den Plan, eine Gebetsstätte in Höchstadt nach dem Vorbild von Lourdes nachzubauen. So begannen bald nach der Rückkehr aus Frankreich die Bauarbeiten im großen Garten des Schwesternhauses in der Kleinen Bauerngasse 3a. Was als kleiner Gedanke begann entwickelte sich bald zu einem großen Bauprojekt. In Eigenleistung entstand eine sieben Meter lange und fünf Meter hohe Grottenanlage. Viele Sponsoren und großzügige Unterstützer halfen beim Umsetzen der Pläne. Stadtpfarrer Kilian Kemmer reiste ein knappes Jahr später nochmals nach Lourdes, um die Marienfigur für die Grottennische persönlich abzuholen. Man wollte sich eng an der Originalfigur orientieren: ganz in weiß, mit hellblauem Gürtel und einem goldenen Rosenkranz in der Hand. Nachdem die Marienfigur sicher angekommen war und auch die letzten Bauarbeiten ihren Abschluss fanden, wurde die Höchstadter Lourdesgrotte am 23.11.2019 feierlich eingeweiht. Dies nahm einer der engsten Vertrauten von Papst Franziskus vor, der deutsche Kurienkardinal im Vatikan, Paul Josef Cordes. Der weltbekannte Tölzer Knabenchor umrahmte das Ereignis musikalisch. Gefeiert wurde jedoch nicht nur am Einweihungstag, sondern über mehrere Wochen hinweg mit vielen Angeboten zur inneren Glaubenserneuerung.
Seitdem zieht die Lourdesgrotte in Höchstadt zahlreiche Gläubige zum Verweilen, zum Gebet und zum Entzünden einer Kerze in ihren Anliegen an. Diesen besonderen Ort suchen jedoch nicht nur Einheimische auf. Spätestens seit der Aufnahme in den 1100 Kilometer umfassenden „fränkischen Marienweg“ kommen täglich regionale und überregionale Besucher, um hier Andacht zu halten.
Mit Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 zeigte sich außerdem einmal mehr die enorme Bedeutung der Höchstadter Lourdesgrotte. Jeden Tag um 18 Uhr beten hier Menschen gemeinsam um Schutz vor der der Pandemie für die gesamte Region. Als dann nach dem ersten Lockdown 2020 nach achtwöchigem Verbot öffentlicher Gottesdienste, diese erstmals wieder erlaubt waren, wurden zur Entzerrung auch Freiluftgottesdienste am Sonntag Abend an der Lourdesgrotte angeboten. Diese haben sich schnell etabliert und erfuhren bald enormen Zulauf. Folglich wurde auch die Grottenanlage um zusätzliche Sitzmöglichkeiten auf zwei terrassenförmigen Stufen und neuen Bänken erweitert. Der Eingang erfolgt seither über ein wunderschönes, gusseisernes Tor, das ebenfalls in minutiöser Handarbeit gefertigt wurde.
Mit der Lourdesgrotte wurde in Höchstadt nicht nur ein weiterer Gebetsort geschaffen. Die Lourdesgrotte ist auch ein Zeichen der Hoffnung für alle, die sie besuchen: Ein Zeichen dafür, wie aus kleinen Dingen Enormes wachsen kann. Ein Zeichen dafür, dass gerade in einer, für die katholische Kirche sehr schwierigen Zeit, wunderbare Dinge aus dem Glauben und der Gemeinschaft erwachsen können. Möge ein Gebet an der Lourdesgrotte in Höchstadt allen Segen bringen, die dort ihre Anliegen der Gottesmutter zu Füßen legen.
Kleine Bauerngasse 3
91315 Höchstadt
Vor dem Hauptportal der Katholischen Stadtpfarrkirche St. Georg stehend, wenden Sie sich bitte nach links und gehen an der Kirche entlang der Mauer vorbei. Linker Hand werden Sie das Katholische Pfarramt St. Georg passieren. An der Steinwegstraße angekommen, überqueren Sie diese diagonal in die Kleine Bauerngasse hinein. Nach wenigen Metern werden Sie wieder linker Hand ein großes, gusseisernes Tor entdecken. Auf dem Platz dahinter befindet sich die Lourdesgrotte. Sie können das Gelände entweder durch das große Tor betreten (falls dieses offen steht) oder durch das kleine Tor daneben.
Herzlich Willkommen! Wir wünschen eine gesegnete Andacht!