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St. Martin Ailersbach

"Die Kirche ist spätgotisch, der Chorturm von einer barocken Haube gekrönt. Harmonisch passen sich Kirche und die sie umgebende Mauer in das Dorf- und Landschaftbild ein. Den neugotischen Altar schmücken drei spätgotische Figuren, der hl. Martin, die hl. Barbara und der hl. Stephanus. Die Deckenbilder wurden 1921 von L. Ritt geschaffen und stellen den Kirchenpatron und die vier Evangelisten dar. Das heutige Geläut besteht aus zwei Glocken, nachdem im ersten Weltkrieg mehrere abgenommen und abtransportiert worden waren.

Leider ist die Ortsgeschichte von Ailersbach wenig erforscht. Die Kirche und damit der Ort, dürfte aber wie auch die anderen Martinskirchen im Aischgrund, im 8. – 10. Jahrhundert entstanden sein. Jedenfalls wird 1405 der Ort an den Bamberger Bischof verkauft. 1584 erhält Ailersbach eine eigene Dorfordnung. Im Laufe der Jahrhunderte kommt Ailersbach fast ganz unter die Herrschaft Nürnberger Patrizier (Rummel, Baumgärtner, Imhoff usw.)

Kirchlich gesehen war Ailersbach früher wohl eine sogenannte Centenpfarrei, kam dann zu Lonnerstadt, im Zuge der Reformation, und nach dem 30jährigen Krieg nach Höchstadt.

Der Höchstadter Pfarrer Florschütz schreibt 1612 über Ailersbach: „Wird Gottesdienst des Jahres zweimal an den Bitttagen auf der Kirchweih, welche all wegen Sonntags vor Jakobi nach dem alten Kalender vom Pfarrer von Höchstadt gehalten. Auch acht Lehensgütern allda lauter nürnbergische Untertanen. Ist nur einer katholisch.“

Die Pfarrer von Lonnerstadt haben immer wieder versucht Ailersbach der Pfarrei Höchstadt streitig zu machen. Erst 1701 wird dieser Streit auf einem Kongress zwischen der Stadt Nürnberg und dem Bischof von Würzburg endgültig beigelegt. In diesem Jahr wird Ailersbach erstmals als Filialkirche bezeichnet.

In den ersten Jahren des vergangenen Jahrhunderts wussten die Ailersbacher bald nicht mehr, zu wem sie gehörten. So wurden sie nach der Auflösung des Hochstifts Bamberg erst einmal zu Kurfürsten Pfalz-Bayern geschlagen. Am 01.05.1805 wurden sie dann Untertanen des Königs von Preußen (Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth); nach dem Sieg Napoleons über die Preußen kamen sie unter kaiserlich-französische Verwaltung. Dies ließ am 26.08.1809 in Ailersbach eine Volkszählung durchführen. Das Ergebnis war: 11 Männer, 12 Frauen, 15 ledige Personen und Kinder; davon 21 männlich und 17 weiblich.

Dann wurde Bayern durch Napoleons Gnaden Königreich. Dem damaligen Stadtpfarrer von Höchstadt wurde von der Regierung ein Dekret vom 07.04.1810 zugestellt, worin ihm mitgeteilt wurde, dass der König Maximilian Joseph und der Kaiser von Frankreich einen Vertrag geschlossen haben, durch welchen die Markgrafenschaft Bayreuth seinem königlichen Hause überwiesen worden sei. Nun waren die Ailersbacher endgültig Bayern geworden."
(Georg Söhnlein in: Pfarrgemeinde St. Georg Höchstadt a.d. Aisch - Festschrift zur Altarweihe 1987,
Seite 20)

Jeden Monat findet eine hl. Messe in Ailersbach statt (in der Regel am Donnerstag).

Seit 2007 haben durch das finanzielle Engagement eines neu gegründeten Freundeskreises und durch die großzügige Unterstützung von Frau Maria-Elisabeth Schaeffler umfassende Innen- und Außenrestaurierungen stattgefunden (Turm, Fassade, Sakristei, Chorraum, Glocken, historische Orgel, Außenanlagen und Wehrmauer). Diese Arbeiten ließen das Kleinod in neuem Glanz erstrahlen.