In der Erzdiözese Bamberg ist es seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts üblich, dass während der Urlaubszeit Deutsch sprechende, ausländische Priester zur Vertretung eines Pfarrers den verschiedenen Pfarreien mit einer unterstützenden Vergütung der Bistumsleitung zugewiesen werden.
So wurde im August 1992 Prof. Dr. Marian Wittlieb aus Stettin in die Pfarrei Höchstadt zur Ferienaushilfe geschickt. Seither kam er Jahr für Jahr - ausgenommen 1995 – um die verschiedenen Seelsorgsdienste für die Dauer der Abwesenheit des Pfarrers zu übernehmen (bis 1998).
Prof. Dr. Wittlieb wurde 1946 in Lauenburg (Nordpolen) geboren. Er studierte zunächst bis zu seiner Priesterweihe 1970 am Priesterseminar in Stettin. Seine Studien setzte er von 1972 – 1977 in Rom fort, wo er sich der biblischen Wissenschaft widmete und wo er zum Dr. theol. promovierte. 1977 folgte ein Jahr Aufenthalt in Würzburg, wo er bei Prof. Schnackenburg habilitierte. Seitdem dozierte Wittlieb als Professor für biblische Wissenschaften am Priesterseminar in Stettin. 1987/88 verbrachte er ein „Sabbatjahr“ zwecks Studien der alttestamentlichen Exegese an der Universität in Bamberg. Wittlieb wohnte seinerzeit im Bamberger Priesterseminar.
Dort kreuzten sich auch erstmals die Wege mit dem damaligen Studenten Kilian Kemmer, der seit September 1990 als Kaplan und seit September 1994 als Pfarrer in Höchstadt wirkt.
Prof. Wittlieb versuchte auf Grund der Beziehungen zwischen den Erzbistümern Stettin und Bamberg durch das Wirken des Heiligen Bischofs Otto im 12. Jahrhundert die Kontakte in der Gegenwart zu vertiefen und zu strukturieren.
So fiel Dr. Wittlieb neben vielem anderen auch die Idee von Pfarreipartnerschaften ein. Was lag näher, diese Idee mit der ihm ans Herz gewachsenen Höchstadter St. Georgspfarrei als Pilotprojekt in die Tat umzusetzen.
Nachdem Dr. Wittlieb damals selbst keine Pfarrei in der Erzdiözese Stettin betreute (er war neben seiner Dozententätigkeit am Priesterseminar auch Chefredakteur der von Ihm gegründeten Kirchenzeitung und leitete den von ihm ins Leben gerufenen Verlag „Ottonianum“, baute den kirchlichen Rundfunksender „Ass“ auf und betreute die theologischen Seminare für Laien), dachte er an seinen Freund Roman Garbicz, den eifrigen Pfarrer von Swinemünde auf Usedom. Wittlieb war überzeugt, dass die beiden Pfarreien, Swinemünde und Höchstadt gut zueinander passen würden. Mittlerweile hat Prof. Dr. Wittlieb seit 1998 die Pfarrei Misdroy an der Ostseeküste in der Nähe Swinemündes übernommen.
So nahmen die Dinge ihren Lauf: